Es ist schon wieder spaet am Abend und erst jetzt kehrt etwas Ruhe ein. Nach dem Abendessen mussten dann noch viele Rechnungen bezahlt werden
Ja sowas bleibt beim Hauskauf und Renovieren nicht aus. Schade
Jetzt sitz ich hier mit von Anne dicken gestrickten Wollsocken und einer Tasse heissem Kakao auf dem Sofa und will mal versuchen einen Teil den wir in den letzten Tagen geschafft haben, niederzuschreiben.
Seit Anfang dieser Woche halte ich mich mit kleinen Ausbesserungsarbeiten in der oberen Etage auf. Klebebaender von Streichrunden mussten sorgfaeltig entfernt werden. Kleinere Stellen, wo was nicht gedeckt hat, nachgestrichen werden. Fensterverzierungen – und bretter nachgestrichen werden. Im Flur oben haben wir nun auch die Fussbodenleisten dem wunderschønen bordeaurot wie an den Deckenleisten, angepasst. Aber halt: Von dieser Entstehung hab ich ja noch gar nichts geschrieben:
Wie ich zeitiger berichtet habe, wollten wir ja den Flur in der oberen Etage mit der gleichen Farbe gelb streichen, wie in der 1.Etage. Ich hab immer mal wieder rumgejammert, dass das doch eigentlich so schade sei, da wir so tolles altes Holz oben haben. Aber es war uns beiden zu dunkel und sollte heller werden. Alles abzuschleifen, dafuer fehlte uns die Lust und auch die Zeit. Dennoch entschieden wir uns um. Keine gelbe Ølfarbe, dafuer weisser Panellack, der -so wie wir dachten – die alten Holzwaende aufhellt und die Struktur des Holzes weiter zu sehen ist. Nun das Ergebnis an einigen Teststellen war nicht zufriedend stellend. Enttaeuschend. Also erstmal an anderen Stellen weiter gemacht. Bis dann mein Vater unser Haus betrat…………. Und ab da an bekam ich meine ersten richtigen theoretischen Malerunterrichtsstunden
Ich ueberspringe mal die Theorie und komme gleich zur Praxis. Fakt war, dass Panellack auf dem alten Holz nur dann wirkt, wenn alles vorher abgeschliffen wird. Den Panellack den ich gekauft habe, sah aber von der Struktur auch nicht toll aus. Man sah mehr Pinselstreifen als alles andere. Da ja der liebe Maik wieder im Aufbruch zu uns war und sich gerade vor der Abreise in einem Baumarkt aufhielt, ueberhaeuften wir ihn mit Bestellungen. Bitte Lasur in Birke und Lasur klar sowie weisse Deckenfarbe mitbringen. Gesagt – getan. Maik brachte alles mit. Nur dass die Lasur genau das gleiche Ergebnis an den Holzwaenden ergab. Wir haben nicht abgeschliffen, da einige Helfer unter uns der Meinung waren, dass das Holz nicht vorbearbeitet ist. Meine Teststellen mussten wir allerdings wegschleifen und selbst an diesen Stellen hat mir das mit der Lasur auch nicht so gefallen. Somit waren die Waende leicht demoliert und zogen das Projekt Lasur durch und beim Auftragen stellen wir fest, dass wir eigentlich haetten Beize kaufen sollen. Egal zu spaet, nun hatten wir begonnen. Die Lasur liess sich ziemlich schwer auftragen, da sie im nuh trocken war. Und es stellte sich ein Glanz ein, der uns Malern (Gudrun, Papa, Claudia) nicht gefiel. Calle dagegen war vom Ergebnis begeistert.

Also sind die Gemueter des Øfteres aneinander geraten. Ich wollte pløtzlich alles anders und mein Vater bemerkte in regelmaessigen Abstaenden, warum wir das nur so entschieden haetten, er wuerde es ganz anders machen. Ja, wir brauchten also ein paar Tage um wieder in den Takt zu kommen.
Wir entschlossen uns in den Farbenfachhandel zu gehen und nachzufragen, was man aus der Situation noch rausholen kann. Die Dame dort riet uns: abschleifen und beizen. Neee, danke. Wir nahmen somit Schleifpapier in die Hand und rieben gleichmaessig den Glanz der Lasur unter. Wir drehten die Sache um: erst Lasur, dann schleifen.

Damit bewirkten wir, dass wieder mehr das alte Holz zum Vorschein kam aber die Birkenfarbe dennoch alles aufhellte und der Glanz verschwand. Das gefiel dann allen in der Runde
Nur mir fiel auf, dass es jetzt ganz schøn weiss da oben war. Neee oder???? Also ein Farbakzent musste her. Und da entschieden wir uns fuer ein dunkles Rot.
hier noch mit Abklebeband
Die Decken – und nun auch die Fussbodenleisten sind mit dem schønen Lackrot gestrichen worden. Ende von diesem Lied: Maik hat einige Tøpfe Lasur wieder mit genommen, da wir so viel gar nicht brauchten. Auch die Deckenfarbe von Alpina ging wieder nach Deutschland, da fuer Holzdecken ungeeignet…..
Der Fussboden ist in allen Raeumen in der oberen Etage von Maik und Calle mit grossen Schleifmaschinen, die wir aus dem Malergeschaeft geliehen haben, bearbeitet worden. Der Wallnusslack wartet schon.
Auch der Weg zum Wallnusslack war abenteuerlich.Wir hatten einen Cognac farbenden Dekorwachs bestellt. Passend zu der Farbe des Parketts in der Wohnstube. Leider ist diese Bestellung in die Hose gegangen, da das Hauptlager von Monter den 2,5 l Eimer mit dieser Farbe nicht auftreiben konnte. Und die Zeit draengt ja. Also umentschieden mit toller und sehr grosser Hilfe eines Mitarbeiters von Monter. Ehrlich, haette ich dem nur VORHER von unserem Malerprojekt erzaehlt, so haetten wir viele Fehler nicht gemacht. Aber somit waeren auch nicht die vielen Fragen aufgekommen, die wir uns nun hinterher stellten. Zum Beispiel, warum die Decke nach 4mal streichen fleckig und gelb wirkt. Weil ein Gelbstoff im Holz enthalten ist, der sich mit Wasserfarbe immer wieder vermischt und somit in jeder Streichlage wieder zum Vorschein kommt. Da kauft man eine Grundierung. Aber nicht irgendeine Grundierung auf Wasserbasis, nein, eine Grundierung, die solche Vergilbungen stoppt und einschliesst. Somit entstehen keine Flecken und keine sichtbaren Uebergaenge von Alt nach Neu. Da kann man auch seine Holzdecke getrost mit einer stinknormalen weissen Tapetenfarbe auf Wasserbasis streichen. Toll oder?
Aber auf diese Frage waeren wir ja nie gekommen, wenn uns es nicht passiert waere. Also wenn wir dann nochmal richtig Lust haben, diese kleinen Fehler auszugleichen, dann muessen wir nur die Grundierung und noch mal einen kompletten Anstrich an die Decke bringen. Heute hab ich dann erstmal dankend abgewunken. So sehr sieht man es ja auch nicht und: die Zeit draengt. Andere Sachen muessen fertig werden.
Dank meines Vater und Gudrun kann ich mich ueber die Streichergebnisse letzlich nicht beschweren. Mein Vater hat im Schweisse seines Angesichts alles rausgeholt was nur ging – auch seine Verbesserungsvorschlaege wurde dankbar angenommen. Das andere hab ich dann einfach ueberhoert
Calle und Maik haben sich mit den Ecken und Kanten der Deckenleisten rumgeschlagen. Wie ist der Winkel in einer Innenecke, wenn er nicht 90 Grad ist???? Ja das war SEHR schwer herauszufinden. Und aergerlich, wenn die Mathematik da einfach nicht stimmt. Probieren geht ueber Studieren und nach einiger Zeit waren die Maase klar und es konnte gesaegt, gehaemmert, zugeschnitten werden.
Ja und so -nach und nach- kamen und kommen wir voran. Alles ist neu, gerade das Arbeiten mit Holz ist nicht leicht und es gibt tausend Møglichkeiten. Nur allein die Entscheidung auf welche Art wir den Fussboden streichen wollen, wie er aussehen kann, wie er sich anfuehlen kann, welches Material eine einfache Reinigung voraussetzt …. und und und……….ja da sollte man in der Vorbereitung einer Holzhausrenovierung mehr als nur 3 Monate in Anspruch nehmen
Aber eins kann ich euch versprechen: Die Lehre mit Wasser- und Ølfarben, Lacke, Lasuren und Beizen, die kann ich jetzt
Allen Helfern ein dickes DANKE